Die Geschichte des Kleinen Theater

Das Kleine Theater in Bad Godesberg besteht nun mehr als fünfzig Jahre. Es wurde damals am 21. Oktober 1958 von Walter Ullrich in der Bad Godesberger Ubierstraße in einem Keller gegründet.

Heute hat das Kleine Theater seinen Sitz im alten Bürgermeisterhaus am Kurpark in Bad Godesberg. Der Vorhang öffnete sich zum ersten Mal im Herbst 1970 an diesem Ort mit seiner ersten Premiere „Staats-Affären“.

In jeder Spielzeit werden mittlerweile bis zu 300 Vorstellungen gespielt und die 161 Plätze des kleinen Hauses sind bis zu 95 Prozent von seinen Besuchern, wozu auch die über 1.700 Abonnenten zählen besetzt.

Der Erfolg des Kleinen Theaters ist auf seinen breitgefächerten Spielplan zurückzuführen. Die Schauspiele reichen von der Klassik bis zur bewährten Moderne, von der Tragödie bis zur Boulevard-Komödie. Daneben stehen auch „kleine Formen“ von Oper, Operette und Musical auf dem Spielplan. Auch die kleinen Besucher dürfen sich jedes Jahr auf ein zauberhaftes Weihnachtsmärchen in der Stadthalle im Park freuen.

Aber was wäre ein Theater ohne seine Schauspieler. So einige Größen haben hier am Haus zum Erfolg beigetragen. Lilian Harvey spielte in ihrer letzten Rolle in der Kriminalkomödie „Das Spinnennetz“ von Agatha Christie. Gunther Philipp stand mehrfach auf unserer kleinen Bühne. Unvergesslich auch Lil Dagover in der Anouilh-Komödie „Leocadia“. Lotti Krekel und Ernst Hilbig in „Schneider Wibbel“. Auch Karin Dor, Peter Frank, Chris Roberts, Thomas Fritsch, Martin Sperr und Elisabeth Wiedemann waren in den 70ziger 80ziger Jahren bei uns zu Gast. Auch in der jüngeren Vergangenheit spielten zum Beispiel Heide Keller und Hans-Jürgen Bäumler in „Es war nicht die Fünfte, es war die Neunte“ mit großem Erfolg beim Publikum. Tanja Szewczenko stand überhaupt zum ersten Mal auf unseren Brettern und spielte Theater. Susanne Tremper ließ die „Piaf“ noch einmal lebendig werden und Ilja Richter spielte bei und in „Monsieur Ibrahim und die Blume des Koran“ um nur einige tolle Kollegen zu nennen, die das Kleine Theater zu dem machen, was es ist.

Als der 27jährige Walter Ullrich im Oktober 1958 im Keller einer Gaststätte mit wenig Geld und viel Enthusiasmus das Kleine Theater eröffnete, war er der jüngste Intendant Deutschlands. Inzwischen ist er zum Dienstältesten Theaterleiter des Landes geworden und sein Enthusiasmus ist immer noch da. Das Zimmertheater wurde schnell weit über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt und es gab prominente Erst- und Uraufführungen und literarische Entdeckungen. Ullrich inszenierte und spiele vieles selbst, aber er holte sich auch immer berühmte Regisseure an sein Haus, die viele gute Arbeiten für das Kleine Theater inszenierten.

In diesem Sinne freuen wir uns auch weiter für Sie, unser Publikum, Theater machen zu können und unsere „Kleine“ Theatergeschichte weiterschreiben zu dürfen.